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Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Die kurze Antwort: Für die meisten Berufstätigen ja. Aber nicht für alle. Und nicht um jeden Preis.

Die BU-Versicherung gilt als eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt – gleich nach der Krankenversicherung und der Haftpflicht. Der Grund: Dein Einkommen ist dein größtes Vermögen. Wer mit 30 noch 37 Jahre bis zur Rente hat und 3.000 EUR netto verdient, wird in dieser Zeit über 1,3 Millionen EUR verdienen. Die BU schützt dieses Einkommen.

Aber die BU hat auch Nachteile: Sie ist nicht billig, die Gesundheitsprüfung ist streng und nicht jeder bekommt einen Vertrag. Auf dieser Seite findest du eine ehrliche Abwägung – Pro, Contra und für wen sich welche Lösung lohnt.

Warum eine BU sinnvoll ist

Jeder Vierte wird berufsunfähig

Berufsunfähigkeit ist kein seltenes Ereignis. Statistisch wird jeder Vierte im Laufe seines Berufslebens mindestens einmal berufsunfähig. Das ist ein realistisches Risiko, kein theoretisches.

25 % BU-Wahrscheinlichkeit im Berufsleben (Quelle: DAV)

Die staatliche Absicherung reicht nicht

Die durchschnittliche volle EM-Rente liegt bei 1.007 EUR im Monat. Bei einem Durchschnittsnetto von 2.700 EUR fehlen jeden Monat 1.700 EUR. Selbstständige ohne Rentenversicherung bekommen oft gar nichts.

1.700 EUR durchschnittliche monatliche Lücke

Die Hauptursache ist nicht der Rücken

38 % aller BU-Fälle gehen auf psychische Erkrankungen zurück: Burnout, Depression, Angststörungen. Das betrifft Büroberufe genauso wie körperliche Berufe. Niemand ist immun.

38 % BU-Ursache Psyche (GDV, 2024)

Früher Abschluss spart dauerhaft Geld

Der Beitrag wird bei Abschluss festgelegt. Wer mit 25 abschließt, zahlt ein Leben lang etwa 30 % weniger als jemand, der mit 35 startet. Außerdem: Mit 25 hast du in der Regel keine Vorerkrankungen.

Ca. 30 % Ersparnis bei Abschluss mit 25 vs. 35

80 % der BU-Anträge werden bewilligt

Die Sorge, dass Versicherer nicht zahlen, ist in den meisten Fällen unbegründet. 80 % der BU-Leistungsanträge werden positiv beschieden. Die häufigsten Ablehnungen betreffen Fälle, in denen der Versicherte noch zu mehr als 50 % arbeitsfähig ist.

80 % Bewilligungsquote (GDV)

Die BU schützt dein größtes Vermögen

Dein Einkommen ist dein größtes Vermögen. Wer mit 30 noch 37 Jahre arbeiten wird und 3.000 EUR netto verdient, schützt mit der BU ein Lebenseinkommen von über 1,3 Millionen EUR.

Über 1,3 Millionen EUR Lebenseinkommen (bei 3.000 EUR netto ab 30)

Nachteile und Einwände

BU ist nicht billig

Je nach Beruf und Alter kostet die BU 50–250 EUR im Monat. Das sind 600–3.000 EUR im Jahr. Für Geringverdiener oder Berufseinsteiger kann das eine echte Belastung sein.

Einordnung: Die Kosten sind real, aber die Alternative ist teurer. Eine monatliche Lücke von 1.700 EUR über 20 Jahre ergibt 408.000 EUR. Gemessen daran sind selbst 200 EUR im Monat ein gutes Geschäft.

Nicht jeder bekommt eine BU

Die Gesundheitsprüfung ist streng. Wer Vorerkrankungen hat – besonders Rückenprobleme oder psychische Diagnosen – bekommt Zuschläge, Ausschlüsse oder wird abgelehnt. Etwa 3 % der Anträge werden abgelehnt, 10 % bekommen Leistungsausschlüsse.

Einordnung: Deshalb: So früh wie möglich abschließen, bevor Vorerkrankungen entstehen. Und bei Ablehnung gibt es Alternativen wie die Grundfähigkeitsversicherung oder die Erwerbsunfähigkeitsversicherung.

Psychische BU-Anträge werden häufig abgelehnt

Bei psychischen Erkrankungen liegt die Ablehnungsquote bei 33 % – deutlich höher als bei Krebs (5 %) oder Unfällen. Psychische Symptome sind schwerer objektiv nachweisbar.

Einordnung: Das bedeutet aber auch: 67 % der psychischen BU-Anträge werden bewilligt. Und ohne BU stehst du bei einer psychischen Erkrankung komplett ohne Einkommen da. Eine Teilabsicherung ist immer besser als keine.

Für wen ist die BU besonders sinnvoll?

  • Angestellte mit Familie und Kindern: Dein Gehalt sichert den Lebensstandard deiner Familie. Ohne BU hängt alles am gesunden Partner – und der reicht oft nicht.

  • Alleinverdiener und Alleinerziehende: Du bist die einzige Einkommensquelle. Fällt dein Gehalt weg, gibt es keinen Puffer.

  • Berufstätige mit Immobilienkredit: Die Kreditrate wartet nicht. Ohne BU droht bei längerer Berufsunfähigkeit der Zwangsverkauf.

  • Selbstständige und Freiberufler: Kein Arbeitgeber, keine Lohnfortzahlung, oft keine EM-Rente. Deine Lücke ist dein ganzes Einkommen.

  • Berufseinsteiger: Jetzt ist der Beitrag am günstigsten und der Gesundheitszustand am besten. Jedes Jahr warten kostet Geld.

  • Handwerker und körperlich Arbeitende: Hohes BU-Risiko durch den Beruf. Ohne Absicherung stehst du mit Rückenproblemen vor dem Nichts.

Für wen ist die BU weniger wichtig?

  • Personen mit hohem Vermögen (ab 500.000 EUR* liquide): Wer seine Lücke aus dem Vermögen überbrücken kann, braucht nicht zwingend eine BU. Prüfe aber, ob das Vermögen über 20+ Jahre reicht.

  • Personen kurz vor der Rente (60+) ohne bestehende BU: Der Neuabschluss ist sehr teuer und die Restlaufzeit kurz. Eine Kosten-Nutzen-Abwägung ist hier besonders wichtig.

  • Personen, die keinen BU-Vertrag bekommen: Wer wegen Vorerkrankungen keinen BU-Vertrag bekommt, sollte eine Grundfähigkeitsversicherung oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung als Alternative prüfen.

  • Verbeamtete Personen auf Lebenszeit mit hoher Pension: Beamte mit langer Dienstzeit erhalten eine Dienstunfähigkeitspension, die einen Großteil der Bezüge abdeckt. Ob zusätzlich eine DU-Versicherung nötig ist, hängt vom persönlichen Bedarf ab.

Alternativen zur BU

Grundfähigkeitsversicherung

Pro

40–60 % günstiger als BU, keine Verweisung auf andere Berufe, klare Leistungsauslöser (Gehen, Heben, Sehen, etc.)

Contra

Schützt nur bestimmte Grundfähigkeiten, nicht die Fähigkeit, den konkreten Beruf auszuüben. Psychische Erkrankungen sind nur eingeschränkt abgedeckt.

Für wen: Handwerker und körperlich Arbeitende, für die die BU zu teuer ist. Auch als Ergänzung zur BU möglich.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Pro

Deutlich günstiger als BU (oft 50–70 % weniger), einfachere Gesundheitsprüfung, auch für Risikopersonen zugänglich

Contra

Zahlt erst, wenn du keinen Beruf mehr ausüben kannst – nicht nur deinen eigenen. Die Hürde für die Leistung ist deutlich höher als bei der BU.

Für wen: Geringverdiener, Personen mit Vorerkrankungen, die keine BU bekommen, oder als Basisabsicherung bei knappem Budget.

Multi-Risk-Police

Pro

Kombiniert mehrere Risiken in einem Vertrag (schwere Krankheiten, Grundfähigkeiten, Pflege). Flexible Gestaltung möglich.

Contra

Kein vollwertiger BU-Ersatz, da die Leistungsauslöser anders definiert sind. Komplexe Vertragsbedingungen, schwer vergleichbar.

Für wen: Personen, die eine breitere Absicherung wollen und bereit sind, sich mit den Details zu beschäftigen.

Dread-Disease-Versicherung

Pro

Zahlt eine Einmalsumme bei Diagnose einer schweren Krankheit (Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall). Keine Prüfung der Arbeitsfähigkeit nötig.

Contra

Nur einmalige Auszahlung, keine monatliche Rente. Deckt nur definierte Krankheiten ab, nicht alle BU-Ursachen. Psychische Erkrankungen sind nicht abgedeckt.

Für wen: Als Ergänzung zur BU oder für Personen, die sich gegen schwere Krankheiten absichern wollen, ohne auf Berufsunfähigkeit angewiesen zu sein.

Häufige Fragen

Ist eine BU-Versicherung sinnvoll oder Geldverschwendung?

Für die meisten Berufstätigen ist sie sinnvoll, weil die staatliche EM-Rente im Schnitt nur 1.007 EUR im Monat beträgt – das reicht nicht zum Leben. Die BU schützt dein Einkommen, wenn du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst.

Zahlt die BU-Versicherung wirklich im Ernstfall?

Ja. 80 % aller BU-Leistungsanträge werden bewilligt (Quelle: GDV). Die häufigsten Ablehnungsgründe sind, dass der Versicherte noch zu mehr als 50 % arbeitsfähig ist (44 %) oder nicht auf Rückfragen reagiert hat (25 %).

Was ist der Unterschied zwischen BU und Erwerbsunfähigkeitsversicherung?

Die BU zahlt, wenn du deinen konkreten Beruf zu weniger als 50 % ausüben kannst. Die EU-Versicherung zahlt erst, wenn du gar keinen Beruf mehr ausüben kannst – also eine deutlich höhere Hürde. Die BU ist teurer, aber der Schutz ist umfassender.

Warum ist die BU so teuer?

Weil das Risiko real ist: Jeder Vierte wird berufsunfähig. Die durchschnittliche Leistungsdauer beträgt knapp 20 Jahre. Ein Versicherer, der 20 Jahre lang 2.000 EUR im Monat zahlt, leistet insgesamt 480.000 EUR. Gemessen daran sind die Beiträge nicht unverhältnismäßig.

Ab welchem Alter sollte man eine BU abschließen?

So früh wie möglich – idealerweise mit dem Berufseinstieg. Studenten können oft schon ab 30 EUR im Monat* einsteigen. Je jünger du bist, desto günstiger der Beitrag und desto wahrscheinlicher, dass du die Gesundheitsprüfung ohne Einschränkungen bestehst.

Brauche ich eine BU, wenn ich im Büro arbeite?

Ja. 52 % aller BU-Fälle bei Büroberufen gehen auf psychische Erkrankungen zurück: Burnout, Depression, Angststörungen. Das BU-Risiko ist bei Büroberufen zwar geringer als bei körperlichen Berufen, aber keineswegs null.

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